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iiRDS – Intelligente Informationen im Standardformat

Die Abkürzung iiRDS steht für intelligent information Request and Delivery Standard, der eine plattformunabhängige und inhaltsneutrale Abfrage und Auslieferung von digitalen Informationen ermöglicht. Dabei werden keine Inhalte standardisiert, sondern lediglich das Auslieferungsformat definiert, damit Informationen verschiedener Systeme zusammengeführt werden können ohne die Anwender in der Erstellung der Technischen Dokumentation zu beschränken.

Der technische Standard wurde bereits 2016 von einer Expertengruppe der tekom (Gesellschaft für Technische Kommunikation e.V.) entwickelt, um die Informationsbereitstellung in der Technischen Kommunikation grundlegend zu ändern. 2018 übernimmt das iiRDS Konsortium, bestehenden aus über 30 nationalen und internationalen Mitgliedern die Pflege, Weiterentwicklung und Verbreitung des Standards. Als eines der Gründungsmitglieder ist PANTOPIX ebenfalls sehr daran interessiert, die Entwicklung des Branchenstandards aktiv und praxisnah zu unterstützen.

Wie funktioniert der Standard?

Der technische Standard beruht auf einem modularen Aufbau von Informationen und Metadaten, die diese Informationen näher beschreiben und verknüpfen. iiRDS besteht im Grunde aus drei Bestandteilen – aus einem Paketformat, das den Austausch zwischen verschiedenen Content Systemen erlaubt, aus einem Metadatenmodell, das die Informationen klassifiziert und kombinierbar macht und aus der Spezifikation, die Paketformat und Metadatenkonzept beschreibt.

Das Paketformat ist ein ZIP-Container, das die Inhalte und die dazugehörigen Metadaten enthält. Das Metadatenmodell wird im RDF Format gespeichert und liefert ein vorgegebenes Vokabular. Damit werden die Technischen Informationen in einem Wissensgraphen abgebildet, der es Anwendern erlaubt auf Informationen unterschiedlicher Systeme zuzugreifen. Die Metadaten sind also der Schlüssel von iiRDS und machen die Inhalte intelligent, in dem sie einheitlich beschrieben und so systemübergreifend abrufbar gemacht werden.

iiRDS in der Praxis

Wie kann der technische Standard nun ganz konkret in der Praxis das Arbeitsleben eines Servicemitarbeiters vereinfachen? Folgendes Szenario: Ein Servicetechniker, der in einer Produktionshalle mit Maschinen von unterschiedlichen Herstellern steht, möchte:

  • alle Informationen zu allen Maschinen unabhängig von Hersteller, Art und Quelle zentral über ein Portal abfragen (single point of access)
  • sich im Fehlerfall schnell und zielführend die notwendigen Informationen für die Komponente einer Maschine beschaffen
  • sich über alle anstehenden Wartungsaufgaben aller Maschinen einen Überblick verschaffen
  • Such- und Filtermöglichkeiten nutzen können, um schnellstmöglich an gewünschte Informationen zu gelangen

Dies ist ein typischer Anwendungsfall in der Industrie. Die Verwendung von iiRDS ermöglicht dem Techniker auf alle Informationen intelligent zuzugreifen – in dem Moment, in dem er sie benötigt und über ein einziges Content-Delivery-Portal (CDP).

 

Das neue iiRDS Open Tool Kit

Erst im Oktober 2020 wurde das iiRDS Open Tool Kit veröffentlich, eine webbasierte Software, mit der man schnell und einfach iiRDS Pakete erstellen kann. Das Tool wurde von ICMS und plusmeta, zwei Unternehmen aus dem iiRDS Konsortium, entwickelt. Es ermöglicht Inhalte hinzuzufügen, entsprechende Metadaten zu vergeben oder eigene Metadaten hochzuladen und dann ein iiRDS Paket zu generieren. Mit dem iiRDS Open Tool Kit ist ein weiterer Schritt für die Verbreitung des technischen Standards für die intelligente Informationsauslieferung geschaffen, der einfachen Zugang zu iiRDS bietet.


Vorteile von iiRDS

Der technische Standard bietet unzählige Möglichkeiten und formt die Zukunft der Industrie 4.0 Die Vorteile für Ersteller und Konsumenten von Technischer Informationen sind sehr hoch und sprechen für sich:

  • Informationen werden in einem herstellerunabhängigen Format verpackt und können über ein Content-Delivery-System auf beliebige Endgeräte verteilt werden
  • Standardisierte Metadaten ermöglichen eine übergreifende Datenverteilung und -abfrage
  • Offener Datenaustausch zwischen Herstellern und Industrie 4.0 Applikationen
  • Informationen können aufgabenbezogen und situativ bereitgestellt werden
  • Suche von Informationen wird deutlich effektiver und effizienter
  • Das neue iiRDS Open Tool Kit ermöglicht die noch einfachere Erstellung der iiRDS Pakete
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Maraike Heim
Senior Marketing Manager

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